Zu Gast beim Forum II der SPD-Landtagsfraktion im Bayerischen Landtag konnten wir unsere Perspektiven und Forderungen zur Teilhabe am Arbeitsleben einbringen. Gemeinsam mit den Politikerinnen Doris Rauscher, Katja Weitzel und Ruth Waldmann haben wir über die aktuellen Herausforderungen und die Weiterentwicklung der Teilhabe von Menschen mit Behinderung gesprochen.
Im Mittelpunkt standen drei miteinander verbundene Themen: Übergänge auf den allgemeinen Arbeitsmarkt, die Rahmenleistungsvereinbarung der Werkstätten sowie das Entgelt und die Reform der Werkstätten.
Dabei war uns besonders wichtig: Menschen mit Behinderung sollen selbstbestimmt leben und echte Teilhabe am Arbeitsleben erfahren können. Der Mensch muss dabei im Mittelpunkt stehen – nicht die Zahlen.
Wir haben deutlich gemacht, dass wir mehr und bessere Möglichkeiten für berufliche Bildung brauchen. Dazu gehört für uns insbesondere eine Verlängerung des Berufsbildungsbereichs in den Werkstätten von zwei auf drei Jahre sowie der Ausbau anerkannter Qualifizierungsangebote, die auch auf Tätigkeiten auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt vorbereiten können.
Auch das Budget für Arbeit war ein wichtiger Punkt des Gesprächs. Wir begrüßen die bereits auf den Weg gebrachten politischen Initiativen.
Gleichzeitig haben wir betont, dass ein Übergang auf den allgemeinen Arbeitsmarkt kein Zwang sein darf. Inklusion bedeutet für uns nicht einfach, dass Menschen ihren Arbeitsplatz wechseln. Sie bedeutet, dass die notwendige Unterstützung mitgeht – etwa durch Anleitung und Begleitung, pflegerische und psychologische Unterstützung, sozialpädagogische Begleitung oder arbeitsbegleitende Angebote.
Ein weiterer Schwerpunkt war die Reform des Werkstattentgelts. Für uns ist klar: Die Reform darf nicht weiter warten. Menschen mit Behinderung brauchen für ihre Arbeit echte Wertschätzung und eine finanzielle Grundlage, die gesellschaftliche Teilhabe ermöglicht.
Auch die Rahmenleistungsvereinbarung und die Finanzierung wichtiger Stellen in den Werkstätten wurden angesprochen. Gerade wenn mehr Übergänge auf den allgemeinen Arbeitsmarkt gewünscht sind, braucht es ausreichend Personal, das diese Übergänge begleitet und ermöglicht.
Unser Anliegen ist klar: Teilhabe darf nicht „kaputtgespart“ werden. Wir wollen gemeinsam daran arbeiten, mehr berufliche Bildung und echte Entwicklungsmöglichkeiten zu schaffen, gute Übergänge zu ermöglichen und gleichzeitig sicherzustellen, dass niemand zurückgelassen wird.
Wir haben den Austausch mit Doris Rauscher, Katja Weitzel und Ruth Waldmann als offen und konstruktiv erlebt. Umso wichtiger ist es uns, diesen Dialog fortzusetzen und die angesprochenen Themen gemeinsam weiter zu vertiefen.
Denn politische Entscheidungen über die Lebens- und Arbeitsbedingungen von Menschen mit Behinderung sollten nicht über ihre Köpfe hinweg getroffen werden.
Nichts über uns ohne uns.
